DOAG 2010 Tag 3

Nachdem ich vom Mittwoch recht enttäuscht war, konnte mich der letzte Konferenztag doch wieder befriedigen. Markus Michalewicz erklärte das 11.2.0.2 patchset. Interessant war es dabei vor Allem zu hören, was sich Oracle hinter den Kulissen so denkt. So ist das Patchset unter Anderem mit mehreren Gigabytes so riesig weil es auch unabhängig von einer alten Version installiert werden kann. Trotzdem wird es diesen Download nicht bei OTN sondern nur über metalink bzw my oracle support geben. Denn die Revenue-Abteilung hat beschlossen, dass es nur für die Kunden zu haben sein soll, die auch über einen gültigen Supportvertrag verfügen.
Generell sollen Patchsets ab jetzt jeweils in ein neues, eigenes ORACLE_HOME installiert werden statt das bestehende zu patchen. Das dürfte den Vorteil haben, dass weniger Downtime erforderlich ist und man im Fehlerfall sehr einfach und schnell zu der alten Version zurückwechseln kann. Der Nachteil dürfte sein, dass man noch weiteren Festplattenspeicher benötigt. Was mit von Hand erstellten oder angepassten Dateien wie listener.ora oder tnsnames.ora passiert, weiß ich noch nicht – eventuell wird man diese nach der Patchinstallation ins neue home kopieren müssen.
Ein weiterer Trend ist es wohl, dass einzelne Features nur mit der ExaData Machine zu bekommen sind. QoS Management ermöglicht exadata-Kunden, die Datenbank selber die Steuerung bzw Zuweisung einzelner Resourcen so zu übernehmen, dass die SLAs der einzelnen Services jederzeit optimal erfüllt werden können. Die Installation vom Rac One node ist nun in den Installer integriert, so dass nicht wie bisher zunächst ein richtger RAC Cluster installiert werden muss, der hinterher mit einem Patch zu einem Rac One node gemacht wird. Damit wir Rac One dann auch auf allen Plattformen verfügbar sein, für die es das 11.2.0.2 Patchset gibt.
Das ACFS wurde um einige Funktionen erweitert, die jedoch eine extra Lizenz erfordern sollen, und wurde umbenannt in “Oracle Cluster File System, Cloud Edition”. Dieser neue Name ist herrlich lang und verwirrend eng an einem alten Produkt, dem OCFS für Linux.
Die Redundanz des Netzwerkinterconnects bei Oracle RAC kann in Zukunft direkt von der Clusterware erledigt werden. “Redundant Interconnect Usage” heißt das neue Feature, das eine Alternative zu bonding oder IP-Failover Lösungen auf Betriebssystemebene darstellt.
Auch beim Monitoring hat sich einiges getan. So wird ab der aktuellen Version der Cluster Health Manager mit ausgeliefert. Dieser sammelt Informationen über die Auslastung der Plattform und speichert diese für eine spätere Auswertung durch den Administrator oder Oracle Support. Das tool könnte damit unter Umständen den OS Watcher ablösen, der Heute von den meisten Kunden eingesetzt wird und fast dieselben Informationen vorhält.
Sehr spannend finde ich den neuen “Hang Manager”. So kam es bei unseren RAC-Datenbanken in der Vergangenheit vereinzelt dazu, dass ein Prozess ewig lange eine Resource gehalten hat, woraufhin eine Kette von anderen Prozessen auf diesen einen gewartet hat. Dies musste bisher vom DBA behandelt werden, der möglichst den blockierenden Prozess oder die ganze Instance neu gestartet hat. Der hang manager soll diese Zustände nun automatisch erkennen und auflösen können.

Später besuchte ich die Keynote von Andrew Sutherland und Chris Baker, die wie erwartet sehr lustig wurde. Ich habe also gelernt, dass die Cloud eine Lasagne ist, die meisten Rechenzentren aber noch nach Spaghetti schmecken, während das Internet eh ein Kürbis ist.

Danach habe ich Michael Ahrens gehört, dessen Vortrag zu Solaris-Virtualisierung mich beinahe abgeschreckt hatte weil auch das Stichwort SAP im Titel steckte. Die Präsentation war dann leider auch nur sehr dünn besucht, was nicht an der Qualität gelegen hat. Es gab einen riesigen Überblick über Container, Ldoms, DSD sowie Solaris Cluster. Dabei wurde auch schon ein Großteil der Punkte aus meinem Vortrag genannt, und über SAP wurde nur eine einzelne Folie lang gesprochen – als Beispiel für so eine virtualisierte Umgebung.

Nach einer letzten Stunde der Vorbereitung war es dann Zeit für meine Präsentation zu Containervirtualisierung. Da der Slot zeitgleich mit der Keynote von Steven Feuerstein lag, hatte ich schon nicht mit zu vielen Besuchern gerechnet. Etwa 15 sind gekommen, diese wirkten für mich dafür aber umso interessierter und haben auch viele gute Fragen gestellt. Ich selber war ganz erschrocken, dass die Zeit so schnell vergangen ist, zuvor hatte ich befürchtet, schon nach 30 Minuten fertig zu sein. Aber ich habe doch viel zu viel Zeit bei der Einführung verloren, die man lieber für die Kerndemos verwenden könnte. Nach dem Vortrag habe ich die Diskusion noch vor der Tür fortgesetzt bevor ich mich dann zur unconference begeben habe. Todd hat dort das Oracle Technology Network sowie das Ace Programm vorgestellt. Da dies recht flink ging, war noch Zeit für die zweite Hälfte von Franz Haberhauers ZFS Best Practices. Im Anschluss hatte ich dann noch die Gelegenheit mit ihm und einigen anderen ehemaligen SUN Mitarbeitern über Server-, Betriebssystem- und Virtualisierungstechnologien zu sprechen.

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