DOAG 2011 Tag 1

Alle Jahre wieder, immer kurz vor dem Christkindelmarkt, empfängt Nürnberg die deutsche Oracle Gemeinschaft für die dreitägige Konferenz der Deutschen Oracle Anwender Gruppe. Mit etwa 2000 Teilnehmern ist dies nicht nur die größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland sondern auch in Europa, und weil einige Vorträge auch auf Englisch angeboten werden, kann sich die Teilnahme auch lohnen, wenn man kein Deutsch spricht.

Für mich begann die Konferenz damit, auf dem Oracle Stand nach bekannten Gesichtern zu schauen. Neben alten Bekannten konnte ich Constantin Gonzalez kennenlernen, der mir im Netz schon durch die Systemhelden Webseite und Podcast bekannt war. Beachtenswert ist dabei, dass er zusammen mit Rolf Kersten dieses Projekt seit der Übernahme durch Oracle rein privat weiterführt.

Die erste Session sollte die Keynote von Richard Sarwal sein, doch dabei ging einiges schief. Ein Stromausfall sorgte für eine Verzögerung zum Start, dann gab es noch Probleme mit dem Mikrophon, und so hatte Richard es schwer, in einen guten Fluss zu kommen. Mich hat seine Sichtweise auf den Enterprise Manager 12c nicht angesprochen, und auch die Demo konnte mich als Anreihung von Screenshots nicht begeistern.

Aus dem Vortrag von Thomas Wagner konnte ich dann mitnehmen, dass Solaris 10 Patches zukünftig analog zu den Critical Patch Updates (CPU) der Datenbank vierteljährlich erscheinen sollen und als Grundlage für die routinemäßige Pflege dienen werden. Es soll damit vor Allem der Vielzahl an verschiedenen Systemständen bei den Kunden etwas vorgebeugt werden. Natürlich wird Live Upgrade dabei eine immer wichtigere Rolle spielen, bei Solaris 11 ist das ja Pflicht und eingebaut. Aber auch für Release-Updates nach S10u9 wird Live Upgrade schon Pflicht sein.

Im nächsten Slot musste ich mich etwas teilen. So wollte ich gerne Bryn Llewellyn hören, wobei mich das Thema weniger interessierte als Darstellung selbst, andererseits wollte ich auch die VDI Demo von Rolf-Per Thulin nicht verpassen, selbst wenn ich diese erst vor wenigen Wochen bereits gesehen hatte. Rolf hat eine Menge mitgebracht: Auf seinem Laptop ist in einer Virtuellen Umgebung ein komplettes VDI System installiert, dazu hat er noch zwei Sun Rays, ein iPad, ein USB Headseat, Kartenleser, Videos und einen unüberschaubaren Haufen SmartCards dabei. Es erinnert sehr stark an einen Magier, der 45 Minuten lang immer neue Dinge aus seinem Hut hervorzaubert. Das ist nicht nur beeindruckend sondern auch sehr mutig, denn bei solchen live demos kann vieles schief gehen. Heute hat aber alles funktioniert, und die Teilnehmer waren dann am Ende auch recht beeindruckt.

Oft vermeide ich Vorträge von Oracle Mitarbeitern weil diese häufig sehr Marketinglastig sind. Umso erstaunlicher ist es also, dass ich mir Sebastian Solbach gleich zwei Mal angehört habe und beide Male bis zum Ende sitzen geblieben bin. Im ersten Vortrag ging es um die verschiedenen Datenbankpatches, die angeboten werden. Hier konnte man also die Hintergründe und Erklärungen zu one-offs, CPUs, PSUs, patch sets und MLRs erfahren. Im Zweiten Vortrag ging es dann um eine Einführung in den EM12c. Zwar hatte ich schon oft nebenher Kleinigkeiten von diesem Produkt mitbekommen, aber dies war meine erste komplette Session, die ich mir angeschaut habe. Sebastian hat sich dabei auf die Cloud Angebote konzentriert. Wenn das, was dort in den Folien und Demos gezeigt wird, wirklich so funktioniert, ist das endlich ein rundes Angebot zur Provisionierung, Verwaltung und Abrechnung von Rechenzentrumsumgebungen. SUN hatte auch einmal das xVM Ops Center angekündigt, das einen ganz ähnlichen Ansatz hatte, sich aber nie durchsetzen konnte oder nicht fertig wurde.

In die Session von Constantin Gonzales zu neuen ZFS Features in Solaris 11 konnte ich nur kurz schauen. Nach einem Besuch bei Todd Trichler auf der Unconference war ich zu spät und habe im vollem Raum nur noch einen Stehplatz bekommen. Es ist aber angenehm zu sehen, dass auch Infrastrukturthemen auf reges Interesse stoßen.

Die anschließende Mitgliederversammlung der DOAG war gleichzeitig angenehm und unspektakulär. Die Leitung der DOAG führt den Verein gut und zuverlässig, und so wurde der Vorstand genau so wie vorgeschlagen neu gewählt.

Morgen steht dann um 13:00 mein Vortrag zur Vorbereitung von RAC auf geplante Downtime an, am Abend gibt es die große Party mit Livemusik und verschiedenen Leckereien, und am Donnerstag gibt es dann noch das RAC Expert Panel.

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