DOAG 2010 Tag 1: Offen, integrated, complete

Der erste Tag bei der DOAG2010 begann für mich mit Eishockey und der Erkenntnis, daß die hiesigen Sicherheitskräfte ihren Job wahrlich ernst nehmen. Es genügt bereits ein kurzes rotes Auflackern der Authentifzierungssoftware nach Scannen einer Eintrittskarte (in diesem Fall meiner Eintrittskarte), um sich binnen weniger Sekunden in einer Welt bestehend aus Bodychecks und Schmerz wiederzufinden. Wir beließen es dann jedoch bei dieser kurzen Einführung und ich wurde freundlich hineingebeten.

Gerade rechtzeitig, denn kurz darauf begann die eigentliche Konferenz mit der Begrüßungsrede des Vorstandsvorsitzenden der DOAG und des Leiters von Oracle Deutschland, aus dessen Rede ich für mich persönlich zugegeben nur einige wenige Kernaussagen herausziehen konnte. Ich hatte jedoch irgendwie das Gefühl, er mochte Oracle generell ganz gerne.

Nach einem durchaus interessanten Vortrag über rman, Data Guard und dem Zusammenwirken dieser beiden, bei dem ich zwar nicht viel neues gelernt, aber vorhandenes Wissen vertiefen und bestätigen konnte, begann dann für mich der ausgeprägte RAC-Teil des Tages.

Zwei Vorträge über dieses Thema direkt hintereinander, deren erster sich mit der Installation von RAC beschäftigte (Oracle in drei Mausklicks und wer ins Handbuch guckt, hat nicht aufgepasst) und mich gut unterhalten hat. Zu Lernen gab es dabei relativ wenig, abgesehen von der Tatsache, daß die Installation von Oracle tatsächlich mit jeder Version einfacher wird, was ich durchaus begrüße.

Ich hoffe ja, Oracle 12 kann man dann von einem Huhn installieren lassen, dem man vorher ein paar Körner auf die Enter-Taste legt. Dann hätte ich mehr Zeit, Vorträgen zu lauschen.

Zum Beispiel über das Node-Management (genauer gesagt node eviction) in einem RAC, denn dies war das folgende Thema. Oder anders ausgedrückt: was muss passieren, damit Oracle sich in den Kopf schießt und wie kann ich als DBA es verhindern. Oder fördern, je nachdem. Ebenfalls nicht schlecht, wenn auch für meinen Geschmack gegen Ende etwas zu sehr ins Detail gehend und zuviele Einzelfälle betrachtend. Da konnte ich dann irgendwann nicht mehr so gut folgen.

Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu aufgeregt.

Denn direkt danach betrat, angekündigt von einem ebenso epischen wie dramatischen Intro, Tom Kyte die Bühne und begann seinen Vortrag “What are we still doing wrong?”.

Ich habe den Mann vorher nie live gehört, allerdings im Vorfeld nur Gutes über seinen Stil und Inalt vernommen, wodurch ich doch sehr gespannt war. Und es war in der Tat sehr unterhaltsam, dabei aber sehr professionell und in seinen Aussagen vollkommen zutreffend. Ich habe gelernt, daß Ampeln mit LED-Licht keinen Schnee schmelzen und dicke Ketten mit Vorhängeschloss eine prima Wegfahrsperre ergeben. Und, daß es Banken gibt, die Hackerattacken verhindern, indem sie ihre User auf der Webseite freundlich bitten, es doch einfach zu unterlassen.

Ich finde es ja grundsätzlich sehr angenehm, wenn Leute es schaffen, Inhalte auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. Spaß haben und Neues lernen muss sich keinesfalls gegenseitig ausschließen. So einen Vortrag könnte ich mir jeden Tag anhören. Ich müsste mal fragen, ob es unser Budget sprengen würde, Kyte täglich zur Mittagspause einzufliegen.

Aber zurück zu den Fakten. Zum Abschluss gab es nämlich noch einen in der Kürze der Zeit erstaunlich tiefen Einblick in Materalized Views, angefüllt mit Informationen, die mir, hätte ich sie ein paar Wochen früher gehabt, bei einem thematisch passenden Projekt jede Menge Zeit gespart hätten. So konnte ich immerhin bei vielen (auf keinen Fall jedoch allen) der angeschnittenen Themen wissend nicken und mir wahnsinnig schlau dabei vorkommen. Und was ich nicht wusste, wusste ich dann zumindest hinterher.

Mal sehen, wie oft es mir morgen so gehen wird.

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