DOAG 2010 Tag 2: ORA-1555 Man too old

Am zweiten Tag durfte ich die Sicherheitssperre ohne Sporteinlage passieren, was mir in Sachen Wohlfühlfaktor generell doch sehr entgegenkam. Zum Frühstück gab es Brezeln, was eigentlich vollkommen uninteressant ist.

Interessanter hätte der Vortrag über Oracle.net sein können, welcher jedoch leider nicht so berauschend war. Thematisch eigentlich ganz nett, aber irgendwie ging da doch einiges durcheinander. Der Tag bot ein gewisses Steigerungspotential.

Und nutzte es. Weiter ging es nämlich mit Partitionierung von Tabellen und Indexen. Ein Vortrag von der Sorte, bei denen man zwar nicht viele neue Erkenntnisse gewinnt, aber stattdessen vorhandenes Wissen erneuern und gegenprüfen kann (“guck an: was ich bisher immer so gemacht habe, war gar nicht so doof”). Ein, meiner Meinung nach, sehr guter Vortrag, der von einer sehr schön nachvollziehbaren Livedemo unterstützt wurde.

Es gibt übrigens einige Begriffe, die man unbedingt in den Titel seines Vortrages einbauen sollte, wenn man sich einer großen Zuhörerschar sicher sein will. Eine Liste, die neben den Begriffen “Sex”, “’RocknRoll” und “Bier” nun um “Zeitmaschine” erweitert wurde. Leider hatte dies niemand den Organisatoren (oder dem Vortragenden) im Vorfeld mitgeteilt, so daß der Raum für das Publikum viel zu klein war.

Der Vortrag selber war zwar wirklich nett aufgebaut, jedoch leider nicht so wirklich nicht mein Thema. Ich hatte auf Flashback gehofft, geboten wurde Data Warehouse. Kann ja nicht jeden Tag Weihnachten sein…

Meine heutige Pause hatte ich dann zielgerichtet in genau jenes Zeitfenster gelegt, in dem das Frühstück gerade abgebaut wurde, so daß es in dieser Zeit tatsächlich auf dem ganzen Gelände nichts zu essen gab. Dumm.

Ich habe also gelernt, daß die umliegenden Messestände mir keine wirklich interessanten Dinge boten und man manchmal einfach nur ein paar Minuten auf sein Essen warten muss. Faustregel: Wann immer ein Frühstück abgeräumt wird, wartet irgendwo am Horizont bereits ein Mittagessen auf Auftischung.

Danach fand man sich dann im Hauptsaal ein, denn es stand eine weitere Keynote an. Wieder mit viel TamTam angekündigt und wieder zurecht. Prof Hermann Maurer aus Graz referierte über die uns bevorstehende technologische Revolution. Ein ganz feiner Vortrag, der zum Nachdenken anregte, dabei aber über alle Maßen unterhaltsam war. Der Mann kann sich mit einem Laptop und einer Webcam unsichtbar machen, wollte keine Nackbilder von sich zeigen und hat keinen Bock auf fliegende Autos. Womit wir immerhin zwei Dinge gemeinsam haben.

Nach diesem Highlight ging es dann gleich unterhaltsam weiter. Zwar bieten Constraints und Statement Tuning generell eher wenig Entertainementpotential, aber zumindest die Vorstellung des Referenten war sehr witzig (ORA-1555: Man too old, ORA-600:[Lack of beer][thirsty])…

Der Vortrag selbst war ebenfalls interessant, aber für mich dann doch ein wenig zu detailliert. An einigen Stellen konnte ich nicht mehr folgen, aber bis dahin gab es viele neue Dinge zu lernen.

Abgeschlossen wurde der Tag mit einer für meinen Geschmack leider zu sehr aufs Marketing ausgerichteten Veranstaltung über Virtualisierung. Es flogen zwar unheimlich viele Produktnamen und Buzzwords durch den Raum, aber es fehlte an praktischen Beispielen. Ich hätte es zB gerne mal gesehen, wie man einen virtuellen DB-Server von einer Hardware auf die andere zieht, ohne die DB dabei aus dem Betrieb nehmen zu müssen. Von mir aus auch, wie man eine DB aus dem Betrieb nimmt, ohne dabei den virtuellen Server von einer Hardware auf die andere zu ziehen.

Habe ich erwähnt, daß es Brezeln zum Frühstück gab? Gut.

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