DOAG 2010 Tag 3: Was gelernt du hast, vergessen du musst

Alles hat ein Ende, nur die DOAG hat zwei. Das vordere Ende des letzten Messetages befand sich uhrzeitlich synchron zu den Anfängen der letzten beiden Tage, was ich für einen bemerkenswerten Zufall halte.

Indexe und deren Wartung sind offenbar ein Thema, welches sich in der Oracle-Community wachsender Beliebtheit erfreut. Zumindest gab es im Hörsaal meines ersten Vortrags des Tages keine Sitzplätze mehr für die Zuspätkommer. Selbst Schuld, lachte ich innerlich und hockte mich auf den Boden.

Dort erlebte ich einen sehr gelungenen Vortrag über erwähntes Indextuning. Ich hatte mir zwar im Vorfeld erhofft, es wäre ein wenig mehr in Richtung Performance gegangen, aber der thematisches Schwerpunkt (Speicherreduzierung) war dennoch wirklich interessant. Und wer Yoda auf seine Folien malt, strahlt automatisch Sympathie aus.

Der Tag ging positiv weiter mit einem Vortrag über Performancetuning von Oracle auf Solaris aus Betriebssystemsicht. Ohne Yoda, dafür mit Joerg Moellenkamp. Eigentlich waren es relativ simple Lehren, die dort vermittelt wurden, aber eben auch welche, die man sich zugegeben nicht ständig selbst vor Augen hält. Hat mir gefallen, inhaltlich und vom Präsentationsstil her.

Die heutige Keynote hatte dann leider nicht ganz den Unterhaltungswert der letzten beiden, war aber dennoch nicht komplett Höhepunktsarm. Es ging um… ich habe das Thema ehrlich gesagt vergessen… aber zwei Salesmitarbeiter von Oracle haben über Spaghetti, Traktoren und Angelina Jolie referiert und uns damit irgendwie vermitteln wollen, daß man sich grundsätzlich allles in den Keller stellen sollte, das irgendwie mit “Exa” anfängt. Aber das mache ich eh seit jeher. Trotz und wegen Angelina Jolie.

Danach folgte ein feiner, jedoch für meinen Geschmack zu kurzer Vortrag über die Prozesse eines RAC-Systems. Auch wenn man den Inhalt vermutlich mit einem “das ist alles ganz furchtbar kompliziert” hätte abhandeln können, hätte ich hier gerne noch ein Stündchen weiter gelauscht. Es war tatsächlich interessant und brachte ein klein wenig Licht ins Dunkel.

Hernach (ein Begriff, den ich nur deshalb benutze, weil er lustig klingt) ging es dann weiter mit der Präsentation meines Brötchengebers. Und, was soll ich sagen, es war bahnbrechend und schob die Grenzen der Wahrnehmung um einige Ebenen über das maximal Erfahrbare hinaus.

Aber auch ohne Heuchelei war es ein schöner Vortrag, dessen Inhalte mir zwar aufgrund meines Arbeitsalltags bereits bekannt waren, die ich allerdings sehr gerne auch mal in dieser Form präsentiert bekommen habe. Das Publikum war zwar eher klein, dafür thematisch sehr interessiert. Wenn man parallel zu einer Keynote sprechen muss, bleiben halt leider nicht mehr so viele Zuhörer übrig. Schade.

Zwei Vorträge weiter (von denen einer etwas ärgerlich war und der andere so unspektakulär, daß ich mich nicht mehr erinnern kann) startete ich auf der Aftershowparty den zum Scheitern verurteilen Versuch, die gereichten Häppchen schneller zu essen, als die gehetzten Cateringmenschen nachlegen konnten. Mein Verdauungstrakt teilte mir hernach mit, daß dies ein dummes Spiel war und so erlebte ich das hintere Ende des letzten Tages an einem Ort, den ein Mann nur alleine aufsucht und dort üblicherweise Dinge tut, die er lieber für sich behält.

Fazit:

Es war insgesamt eine schöne Woche. Ich habe viele Sachen gelernt, viel Spaß gehabt und zu viel gegessen. Natürlich waren unter den Vorträgen auch einige nicht ganz so großartige dabei, aber es wäre auch fad, wenn es nichts zu meckern gäbe. Die positiven Momente haben überwiegt und ich habe viele Dinge mitgenommen.

Wichtige Erkenntnis: ich brauche Visitenkarten. Es gab auf dieser Messe gefühlte 300 iPads und ein T-Shirt zu gewinnen – jedoch nur für Leute, die sich ausweisen konnten. So ein T-Shirt hätte ich gut gebrauchen können.

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