Oracle SE University 2011

In diesem Jahr rief die TechData mit der Oracle SE University eine aus alten Sun Zeiten beliebte und dann vergessen geglaubte Tradition zurück ins Leben. Es lockten zwei Tage voller Vorträge zu neuen Oracle-Produkten und Features in einem exklusiven Hotel nebst Verpflegung und die Aussicht auf ein Gewinnspiel mit Ipad als Hauptpreis.
Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und machte mich also auf den Weg nach Fulda.

Interessante Dinge, die ich über Fulda gelernt habe: Das Autokennzeichen lautet FD und es gibt  eine Ampel, deren Grünphase genau zwei Sekunden lang anhält. Wer einmal zuviel blinzelt, kann das schnell mal verpassen.

Nicht verpasst habe ich dann den Einleitungsvortrag der University. Der war zwar ganz sympathisch verpackt, hat aber noch nicht soviele Informationen enthalten – aber das ist für eine Einleitung natürlich auch vollkommen in Ordnung. Dafür gab es einen Film, in dem zu etwas zu lauter und etwas zu dramatischer Musik Segelboote mit Oracleschriftzug in Zeitlupe gekentert sind.
Bevor ich mir die Frage stellen konnte, welche Message damit vermittelt werden sollte, ging es über die Mittagspause weiter zu Elke Freymann und zum Enterprise Manager 12c (c steht hierbei selbstverständlich für die cloud und 12 für 12). Hier wurden einige sehr interessante neue Features vorgestellt, sowie auch das Zusammenspiel zwischen Enterprise Manager und dem Ops Center. Damit sollte man sich wohl mal in Ruhe im Detail befassen.

Deep Dive in Oracle VM klang im Vorfeld dann spannend, jedoch konnte der Vortrag dieses Versprechen leider nicht ganz halten. Zwar wurden die Technik gut erklärt, aber unter dem Titel hätte ich mir doch ein wenig mehr technische Tiefe vorgestellt. Dafür gab es eine nette Livedemo.
Nachdem ich mich dann mit verschiedenen Möglichkeiten des Backups auseinandergesetzt habe (es ging um das Zusammenspiel zwischen rman und Oracle Secure Backup), ging es zum Abschluss des Tages zu Rolf-Per Thulins Vortrag über VDI.
Da wir diese Technik selbst in vielen Projekten einsetzen, war es für mich sehr interessant, einmal alle Aspekte und Zusammenhänge auf einen Schlag präsentiert zu bekommen, wodurch ein sehr guter Überblick entstand. Leider gab es hier keine Live-Demos, was insbesondere schade war, da ich im Vorfeld einiges über die Spektakularität von Rolf-Per Thulins Vorträgen gehört hatte.

Der zweite Tag begann wieder mit kenternden Segelbooten – wobei ich das Gefühl hatte, die etwas zu laute und etwas zu dramatische Musik wäre diesmal sogar noch ein wenig lauter gewesen – und einer leider etwas ungünstig platzierten Keynote. Ungünstig deshalb, weil er in seinem Überblick über die Oracle Strategie auf viele Vorträge seiner Kollegen verwiesen hat, die zu diesem Zeitpunkt zum Großteil schon gelaufen waren. Da es die Vortragsunterlagen aber iinzwischen online zu sehen gibt, war das allerdings auch kein Beinbruch.
Danach habe ich dann die Chance genutzt, meine leichte Konfusion im Bereich Oracle DB-Editionen etwas zu lichten. Matthias Weiß hat hier einen sehr detaillierten und für mich sehr klärenden Vortrag gehalten, in dem er die Unterschiede in den wichtigsten Bereichen demonstriert hat. Da sei es ihm dann auch verziehen, daß er dabei eine volle halbe Stunde überzogen und mich um die Kaffeepause gebracht hat.

Nach einem Vortrag über Archivierungslösungen (LTFS, QFS und Oracle Lifecycle Management) gab es nicht nur Mittagessen, sondern auch zwei Vorträge von Sebastian Solbach und Hartmut Streppel.
Der erste handelte von den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Oracle Clusterware (grid infrastructure) und der Sun Solaris Clusterware. Ein sehr interessanter und auch lebhafter Vortrag. Die beiden haben sich nämlich abschnittsweise abgewechselt und sich dabei die Bälle zugespielt. Fast ein wenig, als hätten sie das vorher geübt gehabt.
Der zweite Vortrag und zugleich der letzte der Veranstaltung handelte dann von Möglichkeiten der High Availability auch über mehrere Standorte. Schlagworte waren hier zB Active DataGuard, Golden Gate oder Streams Replication. Alles Themen, in die man sich mal an einem verregneten Dienstagnachmittag in Ruhe einarbeiten sollte.

Fazit:
Auch wenn die Veranstaltung einen deutlichen Schwerpunkt auf den Sales-Aspekt gelegt hat (Anzahl gesehener Redstacks: vierzehn) und die technischen Details stellenweise etwas in den Hintergrund gerückt sind, waren es zwei interessante Tage, die mir einige Stichworte zum Nacharbeiten geliefert haben.
Ein großer Minuspunkt für mich war natürlich, dass ich schon wieder kein Ipad gewonnen habe – aber vielleicht gibt es nächstes Jahr ja noch einmal eine Chance.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *